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Monat: August 2019

Finanzierung und Refinanzierung

Definitionen und Unterschiede

Der Begriff der Finanzierung ist inzwischen den meisten vertraut und bezeichnet eine Form der Bereitstellung von Geldmitteln. Die Finanzmittel werden zweckgebunden eingeräumt und ermöglichen es Privatpersonen, größere Anschaffungen zu tätigen – ähnlich wie bei einer Ratenzahlung. Die Finanzierung ist dabei Institutionen vorbehalten, die als Finanzdienstleister beschrieben werden können. Das unterscheidet die Finanzierung auch von der genannten Ratenzahlung, die dem Kunden auch von (privaten) Unternehmen eingeräumt werden kann.

Der Begriff der Refinanzierung findet seine Verwendung vornehmlich im Bereich des Bankwesens und bezeichnet die Beschaffung von Kapital, das zur Finanzierung eines Kreditgeschäftes eingesetzt wird. Stellt ein Kreditgeber einem Kunden Gelder bereit, die er selbst erst beschaffen muss, dann wird dieser Prozess als Refinanzierung bezeichnet. Es handelt sich also um die Wiederbeschaffung von Geldmitteln durch Finanzdienstleister, nach der Vergabe von Mitteln an Privatpersonen oder Unternehmen. Gesetzlich ist auch hier der partielle Einsatz von Eigenkapital durch die vergebenden Dienstleister vorgeschrieben.

 

Die Quellen der Refinanzierung

➤ Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung

Der Begriff der Finanzierung kennt unterschiedliche Quellen der Herkunft von Kapital, die auch im Rahmen der Refinanzierung unterschieden werden. Hier hat man es zum einen mit der Eigenfinanzierung zu tun, die sich aus eigenen Einlagen oder erwirtschafteten Gewinnen von Unternehmen zusammensetzt.

Eine interne Kapitalerhöhung, die unter anderem das Ergebnis einer Ausgabe von Aktien sein, liegt der Eigenfinanzierung häufig zugrunde. Der überwiegende Teil des im Rahmen einer Refinanzierung relevanten Kapitals entstammt allerdings der sogenannten Fremdfinanzierung. Die Quellen dieser Fremdfinanzierung entstammen zu einem großen Teil dem Kapital- oder Devisenmarkt.

 

➤ Hauptrefinanzierung und Spitzenrefinanzierung

In der Refinanzierung aus Fremdfinanzierungsquellen spielt die Zentralbank als zentrales Steuerelement des Finanzmarktes eine erhebliche Rolle. Diese kann den jeweiligen Geschäftsbanken Möglichkeiten der Refinanzierung gewähren, zu denen die Instrumente der sogenannten Hauptrefinanzierung und der Spitzenrefinanzierung gehören.

Im Rahmen der Hauptrefinanzierung kann die beantragende Geschäftsbank Notenbankpapiere über einen klar festgelegten Zeitraum in Zentralbankgeld umtauschen. Die sogenannte Spitzenrefinanzierung bezeichnet eine schnelle Beschaffung von Finanzmitteln über die Europäische Zentralbank (EZB), die im Europäischen Wirtschaftsraum eine entscheidende Rolle der Stabilisierung innehat. Bei der Spitzenrefinanzierung handelt es sich häufig eher um ein Notfallinstrument.

 

Fazit

Die Finanzierung und die Refinanzierung beschreiben Formen der Beschaffung von Geldmitteln durch Privatpersonen, Geschäftspersonen und Banken. Entscheidend für den Begriff der Finanzierung ist die Zweckgebundenheit, die diese Maßnahme von einer zweckungebundenen Bereitstellung von Finanzmitteln, also etwa einem Darlehen, unterscheidet.

Die Refinanzierung erfolgt in einem Großteil der Fälle über Fremdfinanzierungsquellen, die die Zentralbank (Hauptrefinanzierung) oder die EZB (Spitzenrefinanzierung) der beantragenden Geschäftsbank gewährleisten können. Die Refinanzierung ist ein wichtiges Instrument zur Erhaltung der Finanzmarktstabilität.

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